EU-geförderte Geothermie

Europäische Union
Europäischer Fonds für
regionale Entwicklung

Geothermie in Schwerin-Lankow - Das Projekt


Die Erdwärme ist eine unerschöpfliche Quelle, die das ganze Jahr über, unabhängig von Klima oder Jahreszeit, gewonnen und kostengünstig gespeichert werden kann. Dadurch ergeben sich erhebliche CO2-Einsparpotenziale.

Die Stadtwerke Schwerin verfügen über ein gut ausgebautes Fernwärmenetz in der Stadt. So ist die Nutzung der Erdwärme ein konsequenter Schritt in Richtung nachhaltiger und klimafreundlicher Energiegewinnung.

Das geplante Geothermie-Vorhaben symbolisiert auch die Ziele unseres Unternehmens, in Zukunft immer weniger auf fossile Energieträger angewiesen zu sein und sich von den Preisentwicklungen des Gasmarktes unabhängiger zu machen.


Was genau haben wir vor?

Die geologischen Verhältnisse am Standort in Lankow entsprechen denen in der gesamten Region. Erste Untersuchungen ließen in einer Tiefe von etwa 1.200 Meter auf zirka 50 Grad Celsius heißes Wasser hoffen. Die Untersuchungen der Bohrkerne bereits während der Bohrphase ließen erste Rückschlüsse auf bessere Ergebnisse zu. Schließlich stoppte der Bohrer bei rund 1.300 Metern. Auch die vorgefundene Soletemperatur übertrifft die Erwartungen. Statt der prognostizierten 50 Grad liegen in der Förderbohrung sogar 56 Grad Celsius vor – ein Ergebnis, das zehn Prozent über den Erwartungen liegt.

Für die Wärmegewinnung wird diese sogenannte Sole zukünftig mithilfe einer Pumpe an die Oberfläche befördert. Die geothermische Energie wird dann durch einen Wärmeübertrager ausgekoppelt und in einem ersten Schritt mittels Wärmepumpen auf cirka 75 bis 80 Grad Celsius erhitzt. In Abhängigkeit von der Außentemperatur wird die Wassertemperatur nur bei Bedarf noch einmal erhöht und anschließend in das Fernwärmenetz eingespeist. Diese zweite Erhitzung erfolgt im Heizkraftwerk Lankow. Das abgekühlte Thermalwasser wird über eine Injektionsleitung wieder der gleichen Gesteinsschicht zugeführt, sodass ein geschlossener Kreislauf entsteht.

Nach Fertigstellung des Gesamtprojekts im kommenden Jahr werden etwa 15 Prozent des Fernwärmebedarfs der Landeshauptstadt durch die Nutzung der erneuerbaren Erdwärme abgedeckt. Der erste Probebetrieb ist zum Start der kommenden Heizsaison geplant. Zusammen mit der stadtwerkeeigenen Biogasanlage können zukünftig 20 Prozent der Fernwärme für die Landeshauptstadt aus regenerativen Quellen gewonnen werden.


Die Fakten und Vorteile:

  • Erdwärme ist eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle, die unabhängig von Klima oder Jahreszeit gewonnen werden kann
  • optimale Ausnutzung der geothermischen Energie, da das Fernwärmenetz in Schwerin sehr gut ausgebaut ist
  • die Stadtwerke sind unabhängiger von volatilen Preisentwicklungen an den Gasmärkten
  • es werden zwei Bohrungen abgeteuft (eine Förder- und eine Injektionsbohrung)
  • gefördert wird cirka 56 Grad Celsius heißes Thermalwasser
  • bedeutsamer Meilenstein auf dem Weg zur angestrebten CO2-Neutralität der Landeshauptstadt Schwerin bis 2035

Für weitere Erklärungen haben wir einen Animationsfilm über die Funktionsweise der Tiefengeothermie für Sie erstellt. ► Film jetzt abspielen.

Minister übergab Zuwendungsbescheide für Geothermievorhaben an SWS

Minister Pegel übergibt Fördermittelbescheid, Copyright: SWS Energieminister Christian Pegel übergab am 14. Dezember 2015 zwei Zuwendungsbescheide an die Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG. Diese Mittel in Höhe von insgesamt rund 9,2 Mio. Euro sollen gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie und dem Klimaschutz-Darlehensprogramm für das Projekt „Thermische Nutzung der vorhandenen Thermalsole zur Fernwärmeversorgung in der Stadt Schwerin“ eingesetzt werden.


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