Mitarbeiter im Portrait, Teil 4
Managerin mit Herz
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen die Stadtwerke Schwerin zu dem, was sie sind: ein zuverlässiger Versorger und erfolgreiches Unternehmen. Mit ihrem Engagement und ihrem Know-How bringen sie sich jeden Tag aufs Neue motiviert ein. Wie ein Tag im sensiblen Bereich des Forderungsmanagements aussehen kann, das erklärt Stefanie im Interview persönlich.
Mein Weg zu den Stadtwerken
„Es klingt verrückt. Nächstes Jahr im September werde ich schon seit 20 Jahren bei den Stadtwerken sein. Angefangen hat alles 2007 auf einem Mitarbeiterfest. Ich war mit Freunden dort, sie schwärmten von ihren Jobs und kurz darauf bewarb ich mich. Nur einen Tag nach dem Vorstellungsgespräch klingelte mein Telefon: ‚Sie können bei uns anfangen!‘. Ich bin in Schwerin geboren, wollte hier nie weg und sagte sofort zu. Meine Ausbildung führte mich durch verschiedene Abteilungen und schon Anfang 2010 bin ich zu der Gruppe gestoßen, deren Leiterin ich heute bin. Wie ich das geschafft habe? Wichtig waren mein BWL-Fernstudium und die persönliche Unterstützung, die ich bei den Stadtwerken stets erfahren habe. Meine Vorgesetzten haben an mich geglaubt und mich von Anfang an gefördert. Dafür bin ich sehr dankbar.“
Dafür liebe ich meinen Job
„Wenn ich erzähle, dass ich im Forderungsmanagement arbeite, höre ich oft den Spruch: ‚Ah – du verschickst also Mahnungen‘. Dabei ist es, wenn Strom-, Gas-, Wärme- oder Wasserrechnungen dauerhaft nicht bezahlt werden können, mit einer Mahnung nicht getan. Mein Team und ich führen oft wichtige Gespräche mit Menschen, die in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten sind. Ich versuche besonders jungen Leuten dabei zu helfen, ihre Finanzen in den Griff zu kriegen. Wenn das funktioniert, das fühlt sich wirklich gut an. In besonders schwierigen Fällen arbeite ich mit meinen Kollegen Hand in Hand. Da es für die individuellen Probleme der Kunden keine Patentlösungen gibt, wird dieser sensible Teil meiner Arbeit nie langweilig.“
Mein Leben nach Feierabend
„Nach der Arbeit dreht sich bei mir alles um die Familie, hauptsächlich um meine zwei Mädels. Zum Glück wohnen meine Eltern und meine Schwiegereltern praktisch gleich um die Ecke. Ihre Unterstützung ist einfach Gold wert. Am Wochenende engagiere ich mich gerne für die Handballmannschaft meiner Tochter. Während der Saison ist immer was los. Mit Bällen kann ich persönlich aber nicht so gut umgehen – ich laufe lieber. Zu allen möglichen Firmenläufen trommele ich Teams zusammen und diesen Sommer habe ich beim Fünf-Seen-Lauf meinen ersten Halbmarathon geschafft.“
Damit haben mich die Stadtwerke überrascht
„Was mich hier am meisten beeindruckt, ist der aufmerksame Umgang mit den Mitarbeitenden. Wer ein persönliches Problem hat, muss seine Sorgen nicht krampfhaft verbergen. Ich jedenfalls bin auch in der schwersten Phase meines Lebens auf offene Ohren gestoßen. 2017 hat ein Schicksalsschlag meine Welt erschüttert. Ich war völlig down und stieß überall auf echte Anteilnahme. Auf meine Situation wurde Rücksicht genommen – niemand baute Druck auf. Ich brauchte damals einfach Zeit und stieß auf Verständnis. Natürlich sind die Stadtwerke ein ambitioniertes Wirtschaftsunternehmen. Das bedeutet aber nicht, dass man hier nur ein anonymes Rädchen im System ist. Mir ist diese Empathie jedenfalls sehr wichtig.“
So läuft mein Arbeitstag
„Genau genommen beginnt mein Arbeitstag auf dem Fahrrad. Exakt neun Minuten brauche ich von Tür zu Tür – gedanklich bin ich dann schon in der Eckdrift. Gegen 7 Uhr fahre ich den Rechner hoch. Auf dem ersten Gang zur Kaffeemaschine gucke ich in den Büros von meinem Team rein. In der Regel weiß jeder genau, was zu tun ist – Termine, Fristen, Meetings oder andere aktuelle Projekte sind digital aufgelistet. Es gibt Tage, an denen befasse ich mich hauptsächlich mit besonders schwierigen Fällen. Wir vom Forderungsmanagement sind überall involviert und versuchen Vollstreckungen so gut es geht zu vermeiden. Übrigens gehören auch Gutschriften zu unserem Aufgabengebiet. Spätestens um 16.30 Uhr bin ich meist wieder zu Hause.“
Und sonst so?
„Es mag den ein oder anderen überraschen, aber ich liebe die Berge. Wenn ich in Österreich auf der Skipiste bin, geht mir das Herz auf. Ein Jahr ohne Skiurlaub? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich ziehe aber auch gerne in den Herbstferien die Wanderschuhe an. Dazu auf der Hütte eine zünftige bayerische Brotzeit – herrlich. Manchmal habe ich – bei aller Heimatverbundenheit – irgendwie das Gefühl hier falsch zu sein. Ich bin nämlich auch von meinem Naturell nicht so ein typisches Nordlicht: Ich komme schnell mit Leuten ins Gespräch und trage das Herz auf der Zunge.“