Stadtwerke Schwerin GmbH (SWS)
Bereich Unternehmenskommunikation
Eckdrift 43-45
19061
Schwerin
Die Art der Strom- und Wärmeerzeugung ist nicht nur durch den technologischen Wandel bedingt, sondern unterliegt auch gesellschaftlichen und politischen Vorgaben. Um mit den verändernden Einflüssen Schritt zu halten, haben wir unsere Erzeugungsanlagen sowie die benötigte Infrastruktur in Schwerin kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert.
Als modernes Versorgungsunternehmen gestalten wir die Energiewende aktiv mit. So betreiben wir unter anderem eine Biogas-Anlage sowie verschiedene Photovoltaik-Anlagen. Unsere Geothermie-Anlage versorgt Schweriner Haushalte anteilig mit erneuerbarer Erdwärme.
Herzstücke unserer Erzeugungsanlagen sind die Heizkraftwerke am Energiestandort Süd sowie in Lankow. Beide Anlagen basieren auf dem Funktionsprinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. So wird das Gas effizient und möglichst CO2-arm eingesetzt.
Am Energiestandort Süd befindet sich zusätzlich eine Power-to-Heat-Anlage, welche zeitweise überschüssigen Strom in Wärme umwandelt. Gespeichert wird diese im 15.000 m³ großer Wärmespeicher und bei Spitzenlasten abgegeben.
Die Grafik zeigt die verschiedenen Bestandteile eines Kraftwerks sowie die Verfahrensschritte der Kraft-Wärme-Kopplung zur gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme.
Der Prozess beginnt beim Verbrennen von Erdgas in zwei Gasturbinen. Die Abgase treiben Netzturbinen an und gleichzeitig im Abhitzekessel eine Dampfturbine, wodurch Strom erzeugt wird. Im nächsten Schritt wird der Abdampf im Heizkondensator genutzt, um das Fernwärmewasser zu erhitzen. Für die Verteilung an die Schweriner Haushalte sorgen im Strombereich die Trafostationen. Der Wärmespeicher enthält Heißwasserreserven für die sichere Bereitstellung von Fernwärme in Spitzenzeiten.
Wir lassen keine Fragen offen.
Das Herzstück unserer Anlagen sind die Gasturbinen. Diese werden aktuell mit Erdgas betrieben, können aber auch anteilig über Wasserstoff angetrieben werden.
Die bei der Verbrennung des Gases entstehenden Abgase, treiben die Netzturbinen an. Diese sind mit einem Generator verbunden, wodurch Strom entsteht.
Die heißen Abgase werden außerdem genutzt, um im Abhitzekessel Dampf zu erzeugen. Dieser wird wiederum an die nachgelagerten Dampfturbinen weitergeleitet. Diese treiben ebenfalls einen Generator an, was zur weiteren Stromproduktion führt.
Der übrig gebliebene Abdampf wird schließlich noch im Heizkondensator für die Erwärmung des Fernwärmewassers verwendet.
Durch die mehrfache Nutzung des Gases und die gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme, gilt die Erzeugung als sehr effektiv. Das Verfahren ist als Kraft-Wärme-Kopplung bekannt.
Wird die erzeugte Wärme nicht sofort benötigt, speisen wir sie an unserem Energiestandort Schwerin Süd seit 2008 in einen Wärmespeicher ein. Dieser funktioniert wie eine Thermoskanne und hält für kurzfristige Bedarfsspitzen 15.000 m³ heißes Wasser bereit. So wird es in Schweriner Wohnungen auf Wunsch sofort gemütlich warm und niemand muss kalt duschen.
Elektrische Leistung Schwerin Süd
Elektrische Leistung Schwerin Lankow
Fernwärmeleistung Schwerin Süd
Fernwärmeleistung Schwerin Lankow
Unsere Biogasanlage erzeugt schon seit 2007 am Energiestandort Süd zuverlässig grüne Wärme und Ökostrom für die Landeshauptstadt. Jährlich werden über das Prinzip der Fermentation rund 22,5 GWh grüner Strom und rund 23,4 GWh grüne Wärme erzeugt.
Als erneuerbare Energieträger dienen Mais und Roggen, die auf Feldern in Mecklenburg-Vorpommern sowie Nordbrandenburg wachsen. Zehn feste Vertragspartner bauen die Rohstoffe an, lagern sie bei sich ein und liefern bedarfsgerecht an die BioEnergie Schwerin GmbH (BioE), Betreiber unserer Biogasanlage.
Rund 38.000 Tonnen Mais, dazu 8.000 Tonnen so genannter Roggen-Grünpflanzenschnitt und bis zu 1.000 Tonnen reiner Körnermais kommen jährlich in der Anlage zum Einsatz. Zukünftig sollen auch andere, nachhaltigere Einsatzstoffe verwenden werden.
Nach der Anlieferung werden die nachwachsenden Rohstoffe je nach Energieträger vermischt oder portionsweise verarbeitet. Zur besseren Pumpbarkeit fügen wir ein Gärsubstrat hinzu. Der Zersetzungsprozess erfolgt in zwei Fermentern durch Bakterien bei einer Temperatur von 42 Grad Celsius. Dabei entsteht Biogas. Schwerer abbaubare Substanzen werden in Nachgärbehältern weiter zersetzt. Das entstandene Biogas wird anschließend aufbereitet und verdichtet. Die verbliebenen Gärreste nutzen unsere Partnerlandwirte als Biodünger.
1.300 Meter unter den Straßen von Schwerin schlummert eine unerschöpfliche Energiequelle für die Wärmeerzeugung: Thermalsole. Unsere Geothermie-Anlage am Energiestandort Lankow fördert seit 2024 Sole. Mithilfe innovativer Höchstleistungspumpen gewinnen wir nachhaltig
Schweriner Fernwärme.
Im Vergleich zu Wind- oder Sonnenenergie steht Erdwärme ganzjährig und konstant zur Verfügung. Die genutzte Sole wird am Ende des Prozesses wieder in die ursprüngliche Gesteinsschicht zurückgeführt, wodurch ein geschlossener Kreislauf entsteht.
Um die grüne Wärme auch effizient in die Haushalte zu transportieren, ist ein gut ausgebautes Fernwärmenetz notwendig. In Schwerin sind bereits mehr als die Hälfte aller Haushalte an unser Wärmenetz angeschlossen.
Unsere Anlage ist durch die Nutzung von Wärmepumpen deutschlandweit einzigartig.
Über die Hochleistungspumpen wird die eigentlich zu kalte Sole auf das erforderliche Temperaturniveau für die Fernwärme angehoben. Im Sommerbetrieb können wir so bereits rund 85 Prozent der Fernwärme aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen. In den Wintermonaten sind jedoch weiterhin unsere modernen, erdgasbetriebenen Heizkraftwerke notwendig, um die benötigte Wärmemenge zuverlässig bereitzustellen.
Der Animationsfilm veranschaulicht den Weg der Wärme aus der Tiefe, von der Sole über die Wärmepumpen, bis in die Schweriner Wohnungen.
Die Bundesregierung plant die Wärmeversorgung bis 2045 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen, weshalb Kommunen wie Schwerin zur Erstellung eines Wärmeplans verpflichtet sind. Dafür sollen 80 Prozent der Schweriner Haushalte mit umweltschonender Fernwärme versorgt werden. Diese Aufgabe übernehmen wir und treiben den Netzausbau und die kohlenstofffreie Erzeugung voran.
Erfahren Sie hier weitere Einzelheiten zur Wärmeplanung.
Wir schauen bereits auf zahlreiche Erfahrungsjahre zurück, in denen wir mit Sonnenstrom zum Erreichen der Klimaziele beitragen. Im Jahr 2010 wurde die Gesellschaft für erneuerbare Energien Schwerin mbH (GES) eigens zu dem Zweck gegründet, Photovoltaikanlagen in Schwerin und im Umland zu errichten sowie zu betreiben. Daraufhin entstanden die ersten Dächflächenanlagen im Schweriner Stadtgebiet sowie drei Freiflächenanlagen in und um der Landeshauptstadt.
Dachflächenanlagen
Freiflächenanlagen
Gesamtjahresleistung
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